1 daN (Dekanewton) entspricht rund 1,02 Kilogramm – als Faustregel gilt: 1 daN ≈ 1 kg. Ein Zurrgurt mit der Aufschrift LC 2500 daN kann im geraden Zug also eine Kraft aufnehmen, die dem Gewicht von etwa 2.500 kg entspricht. Wichtig: daN ist eine Kraft-Einheit, Kilogramm eine Masse-Einheit – warum das für die Ladungssicherung einen Unterschied macht und wie Sie die Angaben auf Ihrem Zurrgurt-Etikett richtig deuten, erklären wir in diesem Beitrag.
Was bedeutet daN? Die Einheit einfach erklärt
Die Abkürzung daN steht für Dekanewton. „Deka“ ist das griechische Wort für zehn – ein Dekanewton entspricht also genau 10 Newton (N), der internationalen Maßeinheit für Kraft.
Und genau hier liegt der entscheidende Punkt: daN beschreibt eine Kraft, kein Gewicht. Ein Zurrgurt „trägt“ streng genommen keine Kilogramm, sondern er hält einer Zugkraft stand. Diese Zugkraft entsteht beim Transport durch die Massenkräfte der Ladung – etwa beim Bremsen, Beschleunigen oder in Kurven.
Dass sich in der Ladungssicherung die Einheit daN durchgesetzt hat, ist kein Zufall, sondern ein praktischer Glücksfall: Die Erdanziehung übt auf eine Masse von 1 kg eine Gewichtskraft von rund 9,81 Newton aus – also fast genau 1 daN. Dadurch lassen sich daN und kg im Alltag nahezu 1:1 übersetzen, ohne dass die physikalische Korrektheit verloren geht.
daN in kg umrechnen: Formel und Faustregel
Für die exakte Umrechnung benötigen Sie die Erdbeschleunigung (g = 9,81 m/s²):
kg = daN × 10 ÷ 9,81 → vereinfacht: kg ≈ daN × 1,02
Und in die andere Richtung:
daN = kg × 9,81 ÷ 10 → vereinfacht: daN ≈ kg × 0,98
Die Faustregel für die Praxis: 1 daN ≈ 1 kg. Die Abweichung von rund 2 % ist für die tägliche Arbeit vernachlässigbar – zumal die tatsächliche Auslegung der Ladungssicherung ohnehin mit Sicherheitsreserven nach DIN EN 12195-1 berechnet wird.
Umrechnungstabelle: daN in kg
| Kraft | Gewichtsäquivalent | Faustregel |
|---|---|---|
| 25 daN | 25,5 kg | 25 kg |
| 50 daN | 51 kg | 50 kg |
| 100 daN | 102 kg | 100 kg |
| 250 daN | 255 kg | 250 kg |
| 400 daN | 408 kg | 400 kg |
| 500 daN | 510 kg | 500 kg |
| 750 daN | 765 kg | 750 kg |
| 1.000 daN | 1.019 kg | 1.000 kg |
| 2.000 daN | 2.039 kg | 2.000 kg |
| 2.500 daN | 2.548 kg | 2.500 kg |
| 4.000 daN | 4.077 kg | 4.000 kg |
| 5.000 daN | 5.097 kg | 5.000 kg |
| 10.000 daN | 10.194 kg | 10.000 kg |
So rechnen Sie Zwischenwerte im Kopf um: Multiplizieren Sie den daN-Wert einfach mit 1,02 – oder nehmen Sie ihn für die schnelle Einschätzung 1:1 als Kilogramm. Beispiel: Ein Gurt mit LC 1500 daN entspricht rund 1.530 kg, als Faustregel 1,5 Tonnen. Für die umgekehrte Richtung (kg in daN) multiplizieren Sie mit 0,98 – oder runden ebenfalls schlicht auf denselben Wert.
daN auf dem Zurrgurt-Etikett: LC, STF und SHF verstehen
Auf jedem genormten Zurrgurt nach DIN EN 12195-2 finden Sie ein Etikett mit mehreren daN-Angaben. Die drei wichtigsten:
LC – Lashing Capacity (Zurrkraft)
Die LC ist die maximale Zugkraft, die der Zurrgurt im geraden Zug aufnehmen darf – die zentrale Kenngröße jedes Gurtes. Ein Gurt mit LC 2500 daN hält im geraden Zug einer Kraft stand, die dem Gewicht von rund 2.500 kg entspricht. Bei der Umreihung (Umspannung) verdoppelt sich der Wert, da beide Gurtstränge tragen: aus LC 2500 daN werden LC 5000 daN in der Umreihung – deshalb finden Sie auf vielen Etiketten beide Angaben.
STF – Standard Tension Force (Vorspannkraft)
Die STF gibt an, welche Vorspannkraft über die Ratsche in den Gurt eingebracht wird, wenn mit normaler Handkraft gespannt wird. Typische Werte liegen zwischen 250 und 500 daN. Beim Niederzurren – der häufigsten Zurrmethode – ist die STF die entscheidende Größe, nicht die LC! Denn hier wird die Ladung durch Anpressdruck und Reibung gesichert.
SHF – Standard Hand Force (Handkraft)
Die SHF ist die genormte Handkraft von 50 daN (rund 50 kg Krafteinsatz), mit der die STF-Angabe ermittelt wurde. Sie dient als Referenzwert und zeigt: Die angegebene Vorspannkraft erreichen Sie ohne Verlängerungen oder Hilfsmittel – die im Übrigen auch nicht zulässig sind.
Der häufigste Denkfehler: LC ist nicht das zulässige Ladungsgewicht
Ein Gurt mit LC 2500 daN sichert automatisch 2,5 Tonnen Ladung? Falsch – und in der Praxis einer der gefährlichsten Irrtümer der Ladungssicherung. Wie viel Ladung ein Zurrgurt tatsächlich sichert, hängt von der Zurrmethode ab:
Beim Direktzurren (z. B. Diagonalzurren) wird die Ladung formschlüssig über die Zurrpunkte gehalten. Hier zählt die LC – und da mehrere Gurte im Winkel angreifen, lässt sich mit wenigen Gurten viel Masse sichern.
Beim Niederzurren wird die Ladung dagegen nur durch Reibung auf der Ladefläche gehalten. Entscheidend sind hier die Vorspannkraft (STF) und der Reibbeiwert zwischen Ladung und Ladefläche – die LC spielt praktisch keine Rolle. Ein Gurt mit STF 350 daN erzeugt je nach Reibbeiwert oft nur eine Sicherungswirkung von wenigen hundert Kilogramm. Deshalb sind beim Niederzurren meist deutlich mehr Gurte nötig, als viele annehmen – oder der Einsatz von Antirutschmatten, die den Reibbeiwert auf µ = 0,6 erhöhen und die benötigte Gurtanzahl drastisch reduzieren.
Wie Sie den Reibbeiwert korrekt bestimmen, lesen Sie in unserem Beitrag Reibbeiwert richtig bestimmen: Tabellen, Praxiswerte und typische Fehler.
Praxisbeispiele: Welcher Zurrgurt für welche Ladung?
Beispiel 1 – Möbel und Kisten im Transporter: Für leichte Ladung genügen häufig 25-mm-Zurrgurte mit LC 400–750 daN. Sie sind handlich, schnell gespannt und schonen empfindliche Oberflächen.
Beispiel 2 – Paletten und Maschinen auf dem LKW: Der Klassiker ist der 50-mm-Zurrgurt mit LC 2500 daN und einer STF von 250–500 daN – das Standardarbeitsmittel im Speditionsalltag.
Beispiel 3 – Schwere Maschinen und Stahl: Für hohe Lasten kommen 75-mm-Gurte mit LC 5000 daN (in der Umreihung 10.000 daN) zum Einsatz, idealerweise kombiniert mit Kantenschutzwinkeln, die Gurt und Ladung an scharfen Kanten schützen.
Alle Varianten – vom 25-mm-Gurt bis zum 75-mm-XXL-Zurrgurt – finden Sie in unserer Kategorie Spanngurte.
Warum wird nicht einfach kg auf den Gurt gedruckt?
Weil es physikalisch falsch wäre – und im Ernstfall gefährlich. Beim Bremsen wirken auf die Ladung Kräfte von bis zu 80 % ihrer Gewichtskraft nach vorne (0,8 g), zur Seite und nach hinten jeweils 50 % (0,5 g). Ein Zurrsystem muss also Kräfte beherrschen, die je nach Fahrsituation ganz unterschiedlich ausfallen – unabhängig davon, wie viele Kilogramm auf der Ladefläche stehen. Die Kraftangabe in daN macht die Leistungsfähigkeit von Zurrmitteln europaweit einheitlich vergleichbar und ist Grundlage aller Berechnungen nach DIN EN 12195-1 und VDI 2700.
Sicherheit geht vor: Nur geprüfte und intakte Gurte verwenden
Die schönste daN-Angabe nützt nichts, wenn der Gurt beschädigt ist. Prüfen Sie Ihre Zurrgurte vor jedem Einsatz auf Einschnitte, Garnbrüche, verformte Beschläge und lesbare Etiketten. Wann ein Gurt endgültig ausgetauscht werden muss, erfahren Sie in unserem Ratgeber zur Ablegereife von Spanngurten. Alle Sandax Zurrgurte sind TÜV-geprüft und entsprechen der DIN EN 12195-2 – für maximale Sicherheit auf jeder Tour.
FAQ: Häufige Fragen zu daN und kg
Wie viel kg sind 1 daN?
1 daN entspricht exakt 1,019 kg. In der Praxis gilt die Faustregel: 1 daN ≈ 1 kg.
Wie viel kg sind 2500 daN?
2500 daN entsprechen rund 2.548 kg. Als Faustregel: etwa 2,5 Tonnen. Ein Zurrgurt mit LC 2500 daN hält im geraden Zug also einer Kraft stand, die dem Gewicht von ca. 2,5 t entspricht.
Was bedeutet daN auf dem Spanngurt?
daN steht für Dekanewton (= 10 Newton) und gibt die Kraft an, die der Gurt aufnehmen kann. Die wichtigste Angabe ist die LC (Lashing Capacity) – die maximal zulässige Zurrkraft im geraden Zug.
Ist daN das Gleiche wie kg?
Nein. daN ist eine Kraft-Einheit, kg eine Masse-Einheit. Da die Gewichtskraft von 1 kg auf der Erde aber fast genau 1 daN beträgt, lassen sich beide Werte im Alltag näherungsweise gleichsetzen.
Wie viele Zurrgurte brauche ich für meine Ladung?
Das hängt von Zurrmethode, Ladungsgewicht, Reibbeiwert und Vorspannkraft (STF) ab – nicht allein von der LC. Beim Niederzurren erhöhen Antirutschmatten die Reibung erheblich und reduzieren die benötigte Gurtanzahl. Eine Berechnungshilfe bieten die Formeln der DIN EN 12195-1.